Stadtarchiv Nördlingen
Weinmarkt 1
86720 Nördlingen

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Telefax: 09081/84-615
Mail: stadtarchiv@noerdlingen.de 

Öffnungszeiten
Montag - Freitag:            09:00 - 12:30 Uhr
Montag - Donnerstag:   14:00 - 17:00 Uhr

Gemäß Corona-Schutzverordnung des Landes Bayern bleibt das Stadtarchiv Nördlingen bis auf Weiteres für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Gerne können Sie uns für ihre Anliegen per Mail, Telefon, Fax oder postalisch kontaktieren.

 

 

Zur Geschichte


Der Nördlinger Stadtmaler Johannes Müller (1752‒1824) hielt um 1800 das Hallgebäude am Weinmarkt in einem Aquarell fest. In das 1541‒1545 als Lagerhaus für Salz, Wein und Getreide errichtete Gebäude zog ab 1965 das Nördlinger Stadtarchiv ein. Bis dahin war das Archiv der einstigen freien Reichsstadt im Rathausgewölbe untergebracht, wie aus dem Adressbuch des Jahres 1856 hervorgeht. Dort heißt es bei der Aufzählung der wichtigsten öffentlichen Gebäude der Stadt: „Das Rathhaus (früher Steinhaus), in dessen gewölbtem Erdgeschoß sich das reichhaltige Archiv befindet  ...“ In einem Archivrepertorium aus dem Jahr 1594 ist ebenfalls von einem Gewölbe die Rede, so dass die Vermutung naheliegt, dass sich das Archiv auch damals im Gewölbe des Rathauses befunden hat.

Im 19. Jahrhundert erfolgte eine Neuordnung des Nördlinger Stadtarchivs. Professor Ludwig Müller (1831‒1900) sorgte um 1865 für die Wiederzusammenführung der durch Umbaumaßnahmen zerstreuten Archivalien. Prof. Dr. Müller oblag auch die Wiederbelebung und der Ausbau der Stadtbibliothek sowie die Eröffnung des Stadtmuseums im Juni 1867. Müllers Nachfolger wurde der kgl. Hofrat und Rektor Christian Mayer (1828‒1910), der seit 1872 Archiv, Bibliothek und Museum leitete. Diese Konstellation wurde auch unter den Nachfolgern Prof. Ludwig Mussgnug (1860‒1935), Dr. Gustav Wulz (1899‒1981) und Dr. Dietmar-Henning Voges fortgeführt.

Heute beherbergen die Gewölbe des Hallgebäudes eines der bedeutendsten kommunalen Archive Süddeutschlands von Städten in der Größenordnung Nördlingens. Es umfasst ca. 2,5 km laufende Regalmeter und verfügt über mehrere serielle Überlieferungen reichsstädtischer und spitalischer Provenienz aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit, wie z. B. Steuerbücher, Stadtkammer­rechnungen, Missiven, Messestands­register u.a. Mit seinen ca. 12 000 Urkunden vom frühen 13. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert verfügt es über einen besonders großen Schatz an Dokumenten aus dem Bereich der Diplomatik. Dem Archiv angeschlossen ist die sog. Wissenschaftliche Bibliothek mit ca. 40 000 Bänden und Zeitschriften. Die Registratur der Stadtverwaltung kann als Zwischenarchiv mit regelmäßig stattfindenden Aktenaussonderungen bezeichnet werden.

Die Bestände des Archivs stehen einem internationalen Forscherkreis, aber auch allen Heimat-, Orts- und Familienforschern sowie Schülern und Studenten zur Verfügung.