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Die Stadtmauer
An der Deininger Mauer
86720 Nördlingen

Kontakt


Tel.: 09081 84116

Öffnungszeiten

Die Stadtmauer ist jederzeit frei zugänglich und über die Aufgänge an den fünf Stadttoren zu begehen.

Die Stadtmauer

Die Stadtmauer der Stadt Nördlingen zählt zu den herausragenden Denkmälern Deutschlands, ist sie doch das einzige Bauwerk dieser Art, auf dem der Besucher die Altstadt umwandern kann, ohne einmal den Mauerring verlassen zu müssen.

 

 

Wie in historischer Zeit kommt man nur über eines der fünf Stadttore in das Innere der Stadt. Wer also die Stadt einmal umwandern will, kann an einem der Tore auf die Stadtmauer gelangen und sich auf den etwa 2,7 km langen Rundgang machen. Die Stadttore sind nach den außerhalb der Stadt gelegenen Orten benannt. So haben die Orte Baldingen, Löpsingen, Deiningen und Reimlingen vier Toren ihren Namen gegeben. Nur das fünfte, das Berger Tor, ist nicht nach einem Ort, sondern nach einem Berg, dem Friedhofsberg benannt. Die heute noch erhaltene Stadtmauer geht zurück auf das Jahr 1327. Damals befahl Kaiser Ludwig der Bayer der Stadt Nördlingen, ihre über den alten Mauerring hinausgewachsenen Vorstädte mit einer neuen Stadtmauer zu umgeben. Zur Finanzierung sollte die Stadt eine Getränkesteuer, das sogenannte Umgeld, erheben. Die Bürger der Stadt wurden zu Grabungsdiensten verpflichtet. Um 1400 war der Mauerring geschlossen.

Die Stadtmauer wurde im Laufe der Zeit ständig den Erfordernissen der Waffenentwicklung angepasst. So entstand aber Schritt für Schritt ein Verteidigungssystem mit Mauer, Graben, Schanzen, Toren und Türmen, das nahezu unüberwindlich war. 1634 schützte es über zwei Wochen lang die sich gegen die Übermacht des kaiserlich-ligistischen Heeres tapfer verteidigenden Nördlinger, ehe am 5. und 6. September am Albuch die Entscheidungsschlacht zwischen dem schwedisch-protestantischen Heer einerseits und dem siegreichen kaiserlich-spanischen Heer geschlagen wurde.

Heute verfügt die Stadtmauer über fünf Tore und zwölf Türme sowie eine Bastei. Das Reimlinger Tor gilt als das älteste der Stadttore. 1362 wird es erstmals erwähnt. Im 16. Jahrhundert erneuert, erhielt es damals seine bis heute gültige Form. Aus derselben Zeit stammt das Berger Tor. Zwischen Berger- und Baldinger Tor liegen der Pulver- oder Löwenturm, der Untere Wasserturm sowie eine Reihe von sogenannten Backofentürmen.

Das Baldinger Tor wurde im 30-jährigen Krieg schwer beschädigt. Nach seinem Einsturz 1702 wurde es nicht mehr vollständig aufgebaut, so dass es heute das unscheinbarste der fünf Stadttore ist.

Das Löpsinger Tor geht in seiner heutigen Form auf die Jahre 1593/94 zurück. Es beherbergt seit 1989 das Stadtmauermuseum, das nicht nur auf informative Weise die Geschichte der Nördlinger Stadtmauer zeigt, sondern auch durch zahlreiche Exponate zu einem ansehnlichen Wehrmuseum geworden ist.Das Deininger Tor wurde in seiner heutigen Form 1517 errichtet. Zwischen ihm und dem Reimlinger Tor liegt nur noch der Reißturm, der seinen Namen von einem Maurermeister gleichen Namens erhalten hat. Es handelt sich um einen sog. Batterieturm, dessen Aufgabe es war, das lange Teilstück zwischen den beiden Toren zu schützen.

An der Führung der Spazierwege entlang des Grabens rund um die Mauer lässt sich zum Teil noch gut der Verlauf der um 1630 errichteten Sternschanzen ablesen.

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