Kompromiss beim Standort für Gerd-Müller-Denkmal?

Am „Eingang zum Gerd-Müller-Viertel“, an der Einmündung der Herrengasse in die Bergerstraße, könnte die Statue künf-tig stehen. Bildquelle: Christina Atalay, Stadt Nördlingen

Angesichts der Diskussionen um den Standort der Bronzestatue in Gedenken an Gerd Müller wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche geführt und diverser Expertenrat eingeholt. Am „Eingang zum Gerd-Müller-Viertel“, an der Einmündung der Herrengasse in die Bergerstraße, könnte das Denkmal künftig stehen.

„Wir haben uns in Anbetracht der öffentlichen Diskussionen um dieses Denkmal nochmals sehr lange mit der Standortfrage auseinandergesetzt, unter anderem auch den Rat des Stadtheimatpflegers und der Familie des Verstorbenen eingeholt,“ erklärt Susanne Vierkorn vom Verschönerungsverein Nördlingen, unter dessen Federführung die Statue geplant wird.

Für den nun vorgeschlagenen Platz spricht einiges, erklärt Susanne Vierkorn: „Innerhalb der Stadtmauern gelegen bildet er den Eingang zum ‘Gerd-Müller-Viertel‘. Die Skulptur steht mittig zu den beiden Häusern in denen die Familie Müller gelebt hat: zwischen dem Geburts- und dem Wohnhaus des Ausnahmefußballers. Man blickt in die Berger Straße und zum Stänglesbrunnen. Dorthin, wo Gerd Müller seine Kindheit und Jugend verbracht hat.“ Das Denkmal sticht hier schon von Weitem ins Auge. „Dieser Ort bietet sich an, dem wohl bekanntesten Sohn Nördlingens ein ehrendes Denkmal zu setzen. Mir gefällt allerdings am besten, dass wir an dieser Stelle einen Standort gefunden haben, der personenbezogen ist und zugleich dem Wunsch der Familie entspricht.“

Dass der nun neu vorgeschlagene Standort gut geeignet ist, wurde auch von Stadtheimatpfleger Dr. Wilfried Sponsel bestätigt. So habe der Platz klaren biografischen Bezug zu Gerd Müller und sei noch mit keiner Skulptur und keiner Geschichte besetzt – im Gegenteil zum von der Bürgerinitiative vorgeschlagenen Platz im Alten Schulhof, der auch seitens der Witwe, Uschi Müller als unpassend empfunden wurde. So sei der Platz nicht immer zugänglich und auch die Lage,mit keinem erkennbaren Bezug zu ihrem Mann, habe nicht überzeugt.

Bei einem von Uschi Müller angefragten Stadtspaziergang am vergangenen Wochenende wurden ihr und engen Freunden des Verstorbenen verschiedene Standorte gezeigt. Dabei haben sie sich klar für den Eingang zum Gerd-Müller-Viertel und damit auch gegen den vom Stadtrat beschlossenen Platz vor dem Berger Tor ausgesprochen. Für Oberbürgermeister David Wittner ist diese eindeutige Positionierung der Familie „nicht nur moralisch ganz entscheidend“, weshalb er dem Stadtrat in einer Videokonferenz vorgeschlagen habe, auf Grund dieser neuen Erkenntnisse dieser Empfehlung zu folgen. Dabei waren die anwesenden Stadträte einhellig der Meinung, dass der Standort einen guten Kompromiss darstelle, der alle herangetragenen Wünsche berücksichtige, insbesondere auch den der Bürgerinitiative nach einem Standort innerhalb der Altstadt. Vorgesehen ist, in der Stadtratssitzung am 23. Juni 2022 einen entsprechenden Beschluss zu fassen.