Stolzer Finder eines Schwertes

Der 12-jährige Ilyas fand im Wald bei Ederheim ein Schwert aus dem 16. Jahrhundert Bildquelle: Andrea Kugler, Stadt Nördlingen

Ein Waldspaziergang in Corona-Zeiten brachte eine spannende Überraschung zutage: Der 12-jährige Ilyas fand im Wald bei Ederheim einen stark verrosteten Gegenstand, der sich bei näherem Betrachten als Schwert entpuppte. Seine Familie informierte das Landesamt für Denkmalpflege, das den Fund kartierte und eine Abgabe an die zuständige Sammlung, das Stadtmuseum in Nördlingen, empfahl. Museumsleiterin Andrea Kugler nahm das Schwert bereits im November 2020 aus den Händen des jungen Finders entgegen. In den Wintermonaten festigte ein Restaurator das brüchige Eisen. Seit dem Frühjahr liegt das Schwert in einer Museumsvitrine und bereichert den Ausstellungsteil zur Schlacht bei Nördlingen. Ob es allerdings wirklich in der Schlacht eingesetzt wurde, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Kenner des 17. Jahrhunderts wie Axel Stolch und Jochen Stark datieren das Schwert in das Ende des 16. Jahrhunderts, was aber nicht ausschließt, dass es ein Soldat - vielleicht als Erbstück - über viele Jahre und möglicherweise auch 1634 in der Schlacht bei Nördlingen verwendet hat. Der stolze Finder freute sich jedenfalls über eine Ehreneintrittskarte in das Stadtmuseum, die ihm Museumsleiterin Andrea Kugler im Namen der Stadt überreichte. Jetzt, wo das Stadtmuseum wieder geöffnet hat, werden außer Ilyas viele Besucher das Schwert besichtigen können.