„Erlebnis-Geotop“ eröffnet

Lehrpfad führt durch den ehemaligen Steinbruch „Lindle“ bei Holheim

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Mit dem „Lindle“ bei Holheim eröffnete der Nationale Geopark Ries am Sonntag, 16. September, sein erstes Erlebnis-Geotop mit Geopark-Lehrpfad. Bei herrlichem Wetter zeigten sich die rund 80 geladenen Gäste begeistert von dem Rundweg mit seinen informativen Hinweistafeln und den Aussichtspunkten mit herrlicher Ries-Sicht.
 Bei dem ehemaligen Kalksteinbruch „Lindle“ handelt es sich um den imposantesten, öffentlich zugänglichen Aufschluss im Geopark Ries. Das neue Erlebnis-Geotop gibt dem Besucher Einblick in die Megablock-Zone und tektonische Vorgänge beim Impaktgeschehen, viele geologische Phänomene sind hier auf engstem Raum zu entdecken.
 Der Geopark-Lehrpfad verläuft auf dem Gelände des früheren Steinbruchs des Bauunternehmens Arlt bei Holheim. Insgesamt ist hier ein rund vier Hektar großes Geotop und Biotop entstanden. Auf dem großen Rundweg mit seinen rund 3,3 Kilometern finden sich auf 13 Info-Tafeln zahlreiche Informationen zur Geologie, Natur und Landschaft, der früheren Nutzung des Steinbruchs, aber auch zur Besiedlungsgeschichte der Umgebung. Daneben gibt es einen kleineren Rundweg mit etwa 1,8 Kilometer Länge. Zusätzlich wurden zwei Aussichtspunkte geschaffen, die bei guter Wetterlage eine herrliche Sicht in den Rieskessel sowie auf die Riesränder bieten. Der knapp 2,5 m hohe Turm und die Plattform nahe der Abbruchwand des Steinbruchs bieten neben der Fernsicht aber auch einen guten Blick über das gesamt Gelände.
 Landrat Stefan Rößle freute sich bei der Eröffnung, dass mit dem neuen Geotop der Geopark Ries noch stärker „erlebbar“ gemacht werde. Rößle sprach in diesem Zusammenhang auch dem Umweltministerium seinen Dank aus, das die Erschließung unterstützt und gefördert hatte. Für die Entwicklung des Geotops wurden aus Brüssel Zuschussmittel aus dem Europäischen Regionalfonds (EFRE) zur Verfügung gestellt, die anderen 50 Prozent der Kosten tragen der Landkreis und die Stadt Nördlingen. Außerdem dankte er der Geschäftsführung des Geoparks Ries, Günther Zwerger und Heike Burkhardt, für die erfolgreiche Realisierung des Projektes. Dieses erste Erlebnis-Geotop sei modellhaft erschlossen worden, weitere werden in den nächsten Jahren folgen.
 Christina von Seckendorf, Ministerialrätin im Bayerischen Umweltministerium, betonte, wie wichtig es sei, Geotope als Zeugnisse der Millionen Jahre alten Erdgeschichte und Teil unseres unwiederbringlichen Naturerbes zu erhalten. In ihrer Grußbotschaft kündigte sie außerdem die Unterstützung des Umweltministeriums für die gemeinsame Bewerbung der Stadt Nördlingen und des Nationalen Geoparks Ries als „mixed site“ der Unseco an.
 Die gute Zusammenarbeit von Stadt und Geopark hob Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul hervor. Das neue Erlebnis-Geotop habe eine lange Diskussion um die künftige Nutzung des ehemaligen Steinbruchs beendet und stelle nun ein besonderes Ziel dar, bei dem Heimat erlebbar und der Geopark Ries in besonders verdichteter und guter Weise vermittelt werde.
 Eine Überraschung hatte Friedrich Arlt, der frühere Betreiber des Steinbruchs, für die Gäste parat. Er hatte als Erinnerungsgeschenk Feuerstein-Knollen vorbereitet und wünschte allen Besuchern des Erlebnis-Geotops, der „Steinruch-Funke“ möge auf sie ebenso überspringen wie auf ihn, sobald er seinen Fuß auf das Gelände setze.
 Prof. Richard Höfling vom GeoZentrum Nordbayern der Universität Erlangen-Nürnberg sowie Gisela Pösges, die stellvertretende Leiterin des Rieskratermuseums und Leisterin des Expertenteams Geologie waren maßgeblich für die geologischen Inhalte der Ereignistafeln verantwortlich. Johannes Ruf von den Rieser Naturschutzverbänden und Dr. Wilfried Sponsel deckten den Part Natur und Besiedelungsgeschichte mit ihrem Fachwissen ab, um die Inhalte der Info-Tafeln wissenschaftlich korrekt und doch auch dem Laien verständlich zu gestalten. Höfling sprach in seinem Vortrag dann auch von der Pionierarbeit, interdisziplinäre Bezüge wie Flora, Fauna, Geologie und Astronomie der Bevölkerung nahe zu bringen.

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